Ausgezeichnete Aufklärung

Sechs Preisträger mit dem Gesundheitspreis Lippe 2017 im Kreishaus geehrt

Jährlich sterben tausende Menschen vorzeitig an den Folgen schädlichen Tabak- und Alkoholkonsums oder illegalen Drogenmissbrauchs. Auch krankhaftes Glücksspiel sowie Handy- und Internetsucht wirken sich langfristig negativ auf die Gesundheit aus und mindern die Lebensqualität. Kinder und Jugendliche sollten über die Risiken bereits frühzeitig aufgeklärt und informiert werden. Aus diesem Grund widmete sich der zum vierten Mal ausgeschriebene Gesundheitspreis der Gesundheitsstiftung Lippe auch dem Thema „Suchtprävention“. Im Kreishaus in Detmold hat die Stiftung jetzt die sechs Preisträger auf einer feierlichen Verleihung geehrt, die zusammen mit der Auszeichnung jeweils 500 Euro für die Fortführung ihrer Aktivitäten erhielten.

„Beginnen wir mit den erschreckenden Fakten.“, stieg Dr. Axel Lehmann, Landrat und Vorstandsvorsitzender der Gesundheitsstiftung Lippe, in sein Grußwort ein und führte direkt einige alarmierende Zahlen an. „Laut Bundesgesundheitsministerium rauchen in Deutschland 14,7 Millionen Menschen, 1,8 Millionen Menschen sind alkoholabhängig, rund 600.000 Menschen weisen einen problematischen Konsum von Cannabis sowie anderen illegalen Drogen auf und ca. 500.000 Menschen sind glücksspielsüchtig. 560.000 Menschen in Deutschland sind zudem onlineabhängig.“.

Diese Zahlen rüttelten auf und zeigten deutlich, wie wichtig es sei, die Kinder und Jugendlichen bereits frühzeitig und umfangreich im Rahmen der Suchtprävention aufzuklären. Das bestätigte auch Dr. Ulrich Preuß, Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Klinikum Lippe in Bad Salzuflen, in seinem Impulsvortrag: „Bereits im Kindes- und Jugendalter wird der Beginn für Suchtstörungen gesetzt, die dann im Erwachsenenalter ihre schädliche Wirkung voll entfalten.“, informierte er. Auch er plädierte für eine frühzeitige und nachhaltige Aufklärung.

In der anschließenden Vorstellung der Projekte und Aktivitäten zur Suchtprävention zeigte sich die ganzheitliche Herangehensweise der prämierten Schulen. „Die sechs Preisträger weisen in ihrer vorbildlichen Arbeit viele Parallelen auf.“, berichtete Dr. Lehmann, der auch Mitglied in der Jury war. „So richten die Schulen ihr Augenmerk auf die Unterthemen Alkohol, Rauchen und Online-Sucht und erstrecken die Maßnahmen über mehrere Jahrgangsstufen.“, informierte er. Damit seien ihre Aktivitäten besonders nachhaltig.

Als einzige Grundschule unter den Preisträgern hat die Bachschule Detmold die Suchtprävention altersgerecht auf das Thema „Mediennutzung“ fokussiert. „Im Zuge der Bewerbung hat die Grundschule extra eine große Umfrage unter den Schülerinnen und Schülern durchgeführt, inwiefern das Thema bereits Relevanz findet. Die Ergebnisse haben uns in der Jury sehr überrascht.“, so Dr Lehmann. Von 269 befragten Schülerinnen und Schülern der Klassen 1 bis 4 hätten 41 Prozent angegeben, so lange TV schauen zu dürfen, wie sie möchten. 39 Prozent erführen nach eigenen Angaben keinerlei Einschränkung in Bezug auf Medienkonsum. „Da ist es auf jeden Fall sehr wichtig, auf mögliche Risiken einer Verhaltenssucht hinzuweisen und den Schülerinnen und Schüler eine sinnvolle Verwendung von Medien zu vermitteln.“, so Lehmann. Das sei im Falle der Bachschule beispielhaft geschehen.

Um den Gesundheitspreis 2017 zum Thema „Suchtprävention“ haben sich sechs Schulen beworben. „Da wir das Thema für besonders wichtig erachten und das Engagement der Bewerber würdigen sowie zusätzliche Motivation zur Weiterführung ihrer Aktivitäten schaffen wollten, haben wir innerhalb der Jury beschlossen, erstmalig alle Bewerber mit dem Gesundheitspreis auszuzeichnen.“, berichtete Lehmann.

Neben der Bachschule Detmold zählen auch das Gymnasium Horn-Bad Meinberg, das Niklas-Luhmann-Gymnasium in Oerlinghausen, die Felix-Fechenbach-Gesamtschule in Leopoldshöhe, das Stadtgymnasium Detmold und die Realschule der Stadt Lage Freiligrathschule zu den Preisträgern 2017