Technischer Fortschritt

Gesundheitsstiftung Lippe finanziert Familienklinik Bronchoskop

Bronchoskope können Leben retten. Ist die Luftzufuhr beim Menschen unterbrochen, muss der Mediziner in kürzester Zeit die genaue Ursache feststellen und diese beheben. Besonders bei den kleinsten Patienten, den Neugeborenen, stellt dies aufgrund der kleinen Körperdimensionen häufig eine Herausforderung dar. Nicht nur bestens geschultes medizinisches Personal, sondern auch die entsprechende technische Ausrüstung entscheiden hier oft über Leben oder Tod. Seit einigen Monaten hat das Klinikum Lippe ein Bronchoskop im Einsatz, das durch seine geringe Größe mit nur 2,8 mm Durchmesser z.B. in der Kindermedizin und dort vor allem auch in der sogenannten Neonatologie (Neugeborenenmedizin) eingesetzt werden kann. Gefördert hat es die Gesundheitsstiftung Lippe.

Ein Bronchoskop dient der Spiegelung der Bronchien. Es zählt zu den sogenannten flexiblen Endoskopen. Diese Geräte werden vorrangig zur Untersuchung, aber auch zur Behandlung von Patienten eingesetzt. Bei einem flexiblen Endoskop werden Bild und Licht über Glasfaserbündel übertragen. Über die Linse im Handgriff des Gerätes kann der behandelnde Mediziner ins Innere des Patienten schauen. „Wir können jedoch nicht nur in das Innere schauen, sondern mit Hilfe des Gerätes auch Medikamente zu- und einen Beatmungsschlauch einführen“, informiert Dr. med. Ulrich Wunderle, Oberarzt der Kinderintensiv. Auch eine Kamera kann angeschlossen werden. Auf diese Weise können mehrere Mediziner gleichzeitig über den Befund beraten. „Auch zu Lehrzwecken ist das sehr sinnvoll“, so Dr. Wunderle weiter.
Das Bronchoskop wird sowohl in der Kinderanästhesie als auch in der Kindermedizin (Pädiatrie), der Kinderintensiv und der Neonatologie genutzt. Primär kommt das Endoskop jedoch in der Anästhesie zum Einsatz.
Für die Familienklinik bedeutet die Anschaffung der rund 6.500 Euro teuren Gerätschaft einen wichtigen Schritt im Bereich der Erstversorgung von Neugeborenen. „Es gab in der Vergangenheit Fälle, in denen wir schwangere Frauen wegen bereits im Vorfeld auf dem Ultraschall erkennbarer Probleme im Bereich der Atemwege in benachbarte Kliniken schicken mussten“, bestätigt Prof. Dr. Thomas Brune, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin (Pädiatrie). Mit dem neuen Bronchoskop haben sich die Möglichkeiten der Behandlung deutlich erweitert: „Wir hatten vor Kurzem genau einen solchen Fall und konnten mit Hilfe des Bronchoskops nicht nur erfolgreich behandeln, sondern vor allem auch das Leben des Neugeborenen retten“, ergänzt Dr. med. Horst Brünner, Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin.
„Wir freuen uns sehr, dass wir das Klinikum Lippe und vor allem auch die Familienklinik mit dieser Förderung unterstützen konnten. Wir stehen dafür ein, in Lippe die beste medizinische Versorgung zu ermöglichen. Mit dem Bronchoskop haben wir die Voraussetzungen hierfür wieder ein Stück verbessert“, freut sich Friedel Heuwinkel, Vorstandsvorsitzender der Gesundheitsstiftung Lippe.